wir brauchen einen Baum

Unter vielen Schichten Farbe finden wir eine Treppe aus Sandstein, massiv gesetzt. Wirklich schön und in uglaublicher Handarbeit gesetzt und eingepasst. Leider hatte diese in den 1960er Jahren eine Renovierung erfahren, in derem Zuge Beton aufgegossen und Linoläufer darin eingelegt wurden. Der Beton ist so fest, dass es unmöglich ist diesen zu lösen ohne gleichzeitig die Sandsteine darunter stark zu beschädigen.

Was tun? Der Beton ist nicht schön aber tragfähig – schön wäre ein Holzbelag. In Eiche, wie die historischen Böden der Flure. Jedoch: Eichendielen ohne Stäbchenverleimung in den Größen 2m x 50cm und auch noch in einer super dünnen Stärke von nur 1cm sind nicht einfach so zu bekommen.

Die Idee: wir brauchen einen Baum – eine Eiche. Diese wird kurzerhand gekauft und der Transport zum Sägewerk organisiert. Der Stamm in passende Stück geschnitten, wieder ein Transport zum Tischler, der uns die Bretter (nicht sortiert) aber hobelt und grob auf Maß konfektioniert.

Vor Ort werden diese Bretter eingepasst und vollflächig verklebt. Der Brandschutz ist gewährleistet und auch die kritischen Stimmen „…so dünne Bretter würden sich verziehen“ bekommen keine Bestätigung.

Mit Amoniak wird die neue Eiche in mehreren Arbeitsgängen auf die alte Färbung der historischen Dielen angepasst. Ein langer Prozess, der viel Fingerspitzengefühl braucht. Heute ist der Unterschied wirklich nur mit sehr geschultem Auge zu sehen.

Die Treppe erstrahlt in neuem Glanz und es ist, als wäre es immer so gewesen.